Musik in der Supervision

Mar 02, 2025Von Claudia Knabe
Claudia Knabe

Wir saßen zusammen und haben geredet. Geredet und geredet. Meistens die aus der Gruppe, die sich sicher fühlen, schon lange dabei sind. Die Neue hab ich kaum gehört, aber sie lächelte freundlich. Nach einer Stunde Reden hab ich sie an die Instrumente geschickt. Sonst spiele ich mit oder höre zu, heute musste ich auf’s Klo. Als ich zurück kam, verklang gerade der letzte Ton. Die Triangel machte pling und aus war’s.

Was klingt noch nach in euch? frage ich in die Runde.

Ich hab mich mit dieser Meerestrommel so laut gefühlt, sagt die Neue in die Stille hinein. Konnte sie einfach nicht so ruhig halten, wie ich gern wollte. Sie hat alles übertönt. Das passt irgendwie zu meinem Gefühl, dass ich alle hier störe, weil ich ständig Fragen stelle.

Endlich war sie da. In ihrer Unsicherheit zeigte sie sich vorsichtig. Die Kollegin neben ihr sagte: Stimmt, ich hab nicht viel von dem Instrument gehört, das ich in der Hand hatte. Aber es hat mich auch gerade nicht besonders beschäftigt. So ist es auch oft, wenn du mich was fragst. Meistens kann ich mir die Zeit nehmen. Ich hör dir gern zu. Ist ja klar, dass du viele Fragen hast. 

Nur fünf Minuten Musik in zweieinhalb Stunden Supervision und doch hat sie so viel bewegt.